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Jahreswechsel an der Côte d’Azur

Es ist Anfang Dezember und wie alle Jahre steht  der Winter wieder mal vor der Tür. Die Gewässer sind zum größten Teil schon zu und dementsprechend fällt auch die Fischerei aus. Bei uns zumindest……

So begann ich mit der Planung eines Trips in den Süden. Das Gewässer sollte wie auch im letzten Jahr der Lac de Saint Cassien werden. Ohne es jemandem schmackhaft machen zu müssen, entschlossen sich Patrick und Stefan, beide Carpcenter Nash Fieldtester, mich zu begleiten. Einen Tag vor Weinachten war es dann endlich soweit und wir konnten unseren Trip starten. Die Fahrt verlief recht angenehm und so standen wir um 8 Uhr am Morgen des Heiligen Abend am gewünschten Wasser. Nach einigen Hürden beim Kauf der Karten, waren unserer Boote erst nach Mittag fertig beladen und bereit zur Abfahrt. Der Weg sollte uns in den Nordarm führen.

Wie aber leider bereits vermutet, war es ziemlich voll und so mussten wir nehmen was  noch  frei war und ließen uns vorerst mal im Steilufer nieder. Grundsätzlich kein so schlechter Platz, allerdings ist man hier sehr davon abhängig, dass die Fische auch wirklich ziehen, denn Standplatzfische findet man hier nicht wirklich.

Das Aufbauen ging aufgrund der Müdigkeit sehr langsam voran, aber wir schafften es gerade noch alles vor Sonnenuntergang fertig zu machen. Ich staffelte meine Ruten in Tiefen von 4 bis 15 Metern. Ködermaßig vertraute ich auf amber strawberry und den squid mix all season mit einer banana, crustacean, black pepper kombi. Bis auf einen Pva Stick gefüllt mit einer Futtermischung bestehend aus: Method Mix, den zum Köder passenden Soluballs, Pellets und Food Dip, verzichtete ich voll und ganz auf Futter.

Nach einer ruhigen Nacht, wurde ich am nächsten Morgen durch ein paar einzelne Pieper von meinem neuen Siren geweckt. Wie bereits vermutet handelte es sich um eine Brasse….naja leider schmecken auch denen die Boilies. Über Tag unterhielten wir uns mit den umliegenden Kollegen und erfuhren, dass in den letzten Wochen sehr schlecht bis gar nichts gefangen wurde. Tja nicht gerade positiv sowas zu hören, aber vielleicht wird es ja besser.Nach einer weiteren Blanknacht saßen Patrick und ich gerade in unseren Sesseln, als wir links von uns Stefan zu seinen Ruten stürmen sahen. Nach einem heftigen Drill konnte er dann den Fisch  in den Kescher führen und ballte die Faust. Normal ein Zeichen, dass es sich um einen guten Fisch handelt. Wir stiegen schnell ins Boot und begaben uns zu seinem Platz. Als er den Fisch dann auf die Matte hob, schauten wir erstmal nicht schlecht. Er konnte wirklich eine Wahnsinns Cassienbombe überlisten. Die Waage pendelte sich schlussendlich bei 26,8Kg ein……Wahnsinn. Erster Cassien Trip für ihn und dann nach zwei Tagen so eine Granate. Gebissen hat der Spiegler auf einen Scopex Squid Pop up über einem Teppich von Soluballs.So gut es hier aber begann, so schlecht ging es dann weiter. Die darauffolgenden 3 Tage verliefen ohne jegliche Aktion. Nach ein paar Gesprächen mit den anderen Anglern erfuhren wir dann am Abend des 29., dass morgen Früh 3 Plätze frei werden würden. So besprachen wir noch schnell wo wer sitzen möchte und  begannen  noch am Abend mit dem Zusammenpacken. Noch bevor es wirklich hell wurde, starteten wir dann am 30. in Richtung unserer neuen Plätze . Von den Jungs, die zuvor hier waren, hatte ein jeder 3 Bisse in etwas mehr als 2 Wochen. Klingt zwar nicht sehr viel, aber für diese Zeit gar nicht mal schlecht. Das Tackle war schnell aufgebaut und die Ruten im Wasser. Jetzt hieß es wieder mal warten……Über Funk waren wir ständig mit anderen Anglern vom Wasser in Verbindung, leider waren die Berichterstattungen aber immer die gleichen: Es geht nix……Dies sollte sich bei mir aber am nächsten Morgen ändern. Es war ca. 7:30Uhr und ich träumte gerade von irgendwelchen heißen Mädels, als mich plötzlich mein Siren  Reciever mit ein paar einzelnen Piepern aus dem Schlaf riss. „Bitte nicht“, dachte ich mir, wegen einer lästigen Brasse muss ich jetzt auf die süßen Mädels in meinem Traum verzichten. Ich raffte mich trotzdem auf und machte mich auf den Weg zur Rute. Der Swinger stand am Blank an und die Spitze war leicht nach unten gebogen, für eine Brasse eher untypisch. Ich schnappte mir die Rute und startete mit dem Boot in Richtung Spot. Auf halber Strecke saß ich dann irgendwo am Grund fest. Der Hänger erwies sich aber glücklicherweise nicht als großes Hindernis und so war ich gleich wieder frei. Direkt über dem Spot gab ich dann das erste Mal richtig Druck. Ich merkte sofort, dass da irgendwas am anderen Ende der Schnur hing, dachte aber eher an einen Ast oder Ähnliches, da sich das gewisse Etwas ohne jegliche Bewegungen an die Oberfläche pumpen ließ. Als dann plötzlich ein guter Spiegler die Oberfläche durchbrach, war die Freude riesig. Das Tageslicht schien dem Gelben aber nicht zu gefallen und so bog er wieder Richtung Gewässergrund ab. Nach wenigen Minuten konnte ich ihn dann aber sicher in meinen Kescher führen.

Endlich………ich hatte es geschafft, mein erster Cassien-Bulle……..

Stefan hatte mein Treiben auf dem Wasser bemerkt und machte sich sofort mit dem Boot zu meinem Platz auf.  Die Waage pendelte sich bei 18,4Kg ein…..was will man mehr. Nach ein paar Fotos ließ ich die Schönheit, welche einem Amber Poppi nicht wiederstehen konnte, wieder schwimmen.

Auch wenn ich noch 2 Tage vor mir hatte, hatte sich der Trip für mich schon gelohnt. Ich platzierte die Montage wieder am Spot und machte mich auf ein Silvesterbierchen zu Stefan auf, wo sich auch ein paar andere Angler einfanden. Nach ein paar netten Gesprächen fuhr ich dann kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf meinen Platz zurück. Kaum am Platz angekommen, meldete sich die Funkbox mit einem Pieper. Es war dieselbe Rute, welche am Vormittag den Fisch brachte. Ich blickte auf sie, alles stand still. Ich drehte mich wieder um und wollte Richtung Zelt gehen, da ertönte der nächste Pieper. Beim erneuten Blick auf die Rute hob sich der Swinger langsam, die Rolle gab Schnur und die Pieper folgten in immer kürzeren Abständen.

Biss!….innerhalb von Sekunden stand ich mit der Rute im Boot und raste mit der Höchstgeschwindigkeit in Richtung Fisch. Über dem Karpfen angekommen, begann ein heftiger  Drill. Die ersten Minuten blieb mir nichts anderes übrig, als zuzusehen wie der Fisch Meter um Meter an Schnur von der Rolle riss. Mit der Zeit konnte ich ihn dann bändigen und langsam in Richtung Oberfläche pumpen. Als ich ihn dann das erste Mal sah, blieb mir fast das Herz stehen. Es war  ein mächtiger Spiegler, der sich hier zur Wehr setzte. Gleich beim ersten Versuch konnte ich ihn erfolgreich in den Kescher führen. Mit dem Dicken im Gepäck gings dann zum Ufer, wo Stefan bereits wartete. Beim Wiegen kam dann nochmal richtig Freude auf……..25.2Kg brachte er auf die Waage……einfach nur Geil…….Ich war überwältigt , innerhalb von 12 Stunden 2 super Fische und das am 31.Dezember, besser könnte das Jahr nicht zu Ende gehen.

Aber das sollte noch nicht alles gewesen sein…..Kurz nach dem Jahreswechsel meldete sich Stefan am Funkgerät. „Komm bitte rüber, hab einen“, waren seine Worte. Also schnell Jacke anziehen und ab ins Boot. Nach kurzer Fahrt konnte ich einen kleinen, aber dafür sehr schönen Spiegler  bestaunen, der nach ein paar Fotos gleich wieder schwimmen durfte. Danach ging ich wieder mit meinem warmen Frostbite kuscheln. Allerdings nicht sehr lange, denn kurz bevor es hell wurde, läutete schon wieder das Funkgerät. „Bitte Foto machen, des is a Guter“, waren diesmal Stefans Worte. Also wieder gleiches Spiel wie zuvor. Ein schöner Spiegler mit guten 20Kg konnte Stefans Scopex Squid Pop up nicht wiederstehen.Wahnsinn…….so gut wie mein  Jahr endete, begann Stefans. Besser hätte es wirklich nicht laufen können.Den restlichen Tag fing ich dann schweren Herzens mit dem Zusammenpacken an, da es am darauffolgenden Tag wieder nach Hause ging. In der letzten Nacht schwiegen unsere Bissanzeiger, trotzdem traten wir die Heimreise mehr als zufrieden an.Wir hatten dem Wasser immerhin 5 Karpfen entlocken können, wobei die Gewichter ein absoluter Traum waren. Eines stand auch gleich fest: Nächstes Jahr im Winter kommen wir wieder………

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