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Neuland im Osten

Wir Karpfenangler sind ja ständig auf der Suche nach neuen unerforschten Gewässern. Für mich ergab sich kürzlich durch Zufall eine mehr als interessante Möglichkeit. Ich wusste zwar nicht viel über das Wasser, aber was ich so zu hören bekam klang mehr als viel versprechend. Eine alte Schottergrube, 50 ha groß, Kraut ohne Ende, seit vielen Jahren keine Besatzmaßnamen und keine Angler. Nach einem kurzen Gespräch mit einem Kollegen, entschloss er sich sofort mich zu begleiten. So starteten wir dann Anfang August inklusive unserem weiblichen Anhang in Richtung Osten. Die ersten 200 Kilometer liefen recht zügig an uns vorbei. Die letzten 100 waren aufgrund der schlechten Straßenbedingungen etwas mühsamer. Wobei die letzten drei nur mehr quer durch den Wald führten und unsere Stossdämpfer stark beanspruchten. Dann lag er plötzlich vor uns, ein wunderbarer See. Klares Wasser, voll mit Kraut, umsäumt von Schilfgürteln und dichten Wäldern, einfach ein Traum.

Wir konnten es kaum erwarten. Nach ein paar Worten mit unserer Kontaktperson, bezogen wir den Platz. Die Auswahl fiel nicht schwer, da der See nur an zwei Stellen zugänglich war. Wir entschieden uns für den Platz, an dem die meiste Wasserfläche zu befischen war. Das Camp stand schnell und während sich unsere Damen in der Sonne räkelten, machten wir uns auf die Spotsuche. Der See war teilweise sehr tief, bei 6 Metern hatte er eine Sprungschicht. Darunter wurde es richtig kalt, auf 10 Metern hatten wir um 13 Grad weniger als auf 4 Metern. Die wärmeren, seichteren Bereiche ab ca. 5Meter waren alle zugewachsen mit Kraut. Ich angle extrem gerne und viel im Kraut, so dicht wie es dort allerdings war, hatte ich es zuvor nur selten gesehen. Um die Chance den Fisch zu landen etwas zu vergrößern, fischten wir an allen Ruten Subfloats.

Als Köder und Futter kamen Partikel  und Boilies zum Einsatz. Da die Karpfen hier sicherlich noch keine Boilies kannten, mischten wir etwas mehr Partikeln zum Futter. Da sie diese im Normalfall schneller akzeptieren.

Ob das Futter fuktioniert?

Erschöpft, aber überglücklich saßen wir dann am Abend in unseren Sesseln und genossen die traumhafte Stimmung. Wir saßen noch etwas länger um eventuelle Fischaktivitäten ausfindig zu machen. Das Wasser klang allerdings wie ausgestorben, so begaben wir uns ins Land der Träume. Die Nacht passierte nichts. Ich schlief fast bis Mittag, danach war es im Zelt aufgrund der brütenden Hitze nicht mehr auszuhalten. In dem Moment meldete sich einer meiner Sirens im Dauerton. Das Adrenalin schoss mir in die Adern. Innerhalb von Sekunden war ich mit der Rute im Boot und raste in Richtung Fisch. Nach kurzem aber spektakulärem Drill, kam ein guter Amur an die Wasseroberfläche. Auch wenn diese Fischart normal nicht zu meinen liebsten gehört, war die Freude über den ersten Fisch groß.

Der erste Fisch ist gelandet

In den weiteren drei Tagen folgten täglich ein bis zwei dieser Torpedos.

Ein weiterer….

Die Karpfen ließen sich nicht blicken. Ich war täglich mehrere Stunden am Wasser und hielt Ausschau nach unseren Lieblingen. Fehlanzeige, wir konnten weder welche sehen, noch welche rollen oder springen hören. Ob es hier überhaupt Karpfen gibt? Wir waren uns sicher!

Am Morgen des 4ten Tages war es dann soweit und der erste “Gelbe“ lag in der Cradle. Auch wenn es nur einer aus dem Kindergarten war, bauten wir darauf auf.

Der erste Karpfen….

Am Nachmittag folgte dann der nächste, der allerdings auch nicht größer war. Da hier nicht gesetzt wird, waren wir uns aber sicher, dass auch die Eltern, wenn nicht sogar noch die Großeltern der kleinen schwimmen würden. In den folgenden Tagen konnten wir dann 1-3 Karpfen täglich fangen.

Die Fische waren alle extrem kampfstark und absolut makellos. Die Bisse bekamen wir ausschließlich inmitten des dichten Krautes. Den ein oder anderen verloren wir leider auch darin.

Verlangte uns einiges ab….

Wir merkten richtig wie die Fische unser Futter akzeptierten.

Das Gewicht stieg von Tag zu Tag und ging zum Schluss bis in den zweistelligen Bereich.

Der größte unserer Session

Ein richtig Dicker ließ sich allerdings nicht blicken. Wobei es interessant gewesen wäre noch eine Woche anzuhängen, denn vielleicht hätte dann auch der ein oder andere Opa des Sees Vertrauen in unsere Köder gefunden.

Am Ende fuhren wir mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Auge nach Hause. Immerhin hatten wir einen perfekten Urlaub, einen neuen traumhaften See gefunden, welcher uns sicher wieder sieht und uns vielleicht schon das nächste Mal mit einem der ganz Großen belohnt. Allerdings wären wir doch noch sehr gerne etwas länger geblieben, aber Arbeit geht nun mal vor.

Auch unsere Mädels hatten Spaß

Liebe Grüße und viel Spaß am Wasser

ecki

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