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Die Nacht der Nächte…

Der Herbst steht vor der Tür
Der Herbst steht vor der Tür!

Nachdem meine Zeit am Wasser zuletzt sehr eingeschränkt war, sollte sich nun endlich wieder etwas mehr Zeit finden. Ich plante ein verlängertes Wochenende ein. Um bestens vorbereitet zu sein, begann ich bereits einige Tage zuvor regelmäßig zu füttern. Am Tag vor Angelbeginn kontrollierte ich meine Plätze noch mit der Unterwasserkamera, sie waren komplett umgepflügt, es waren richtige Krater zu erkennen. Ich fütterte nochmal ordentlich, ehe ich am Folgetag endlich meine Ruten ausbringen konnte. Es war bereits am Dunkelwerden, als ich mit der letzten Rute fertig war.

Die Waffen sind scharf
Die Waffen sind scharf!

Meine Erwartungen waren, gerade aufgrund der Aktivitäten auf meinen Futterplätzen, enorm hoch. Es dauerte keine Stunde, ehe sich einer meiner Sirens meldete. Ergebnis war ein Amur, noch bevor ich die Rute erneut ausbringen konnte, folgte der nächste dieser Asiaten. Schnell war mir klar, was meine Plätze wohl zum Großteil leergeräumt hat.
Zur Erklärung: Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen diese Spezies. Allerdings befindet sich in diesem See ein überdurchschnittlicher Amurbesatz, aufgrund des fast zur Gänze verschwundenen Krautes werden diese Biester oft so richtig lästig und erschweren den Fang eines Karpfens enorm. Gerade bei etwas mehr Futter, auch wenn man ausschließlich Boilies verwendet, bekommt man sie oft nicht mehr vom Platz.

Mit meiner Vermutung lag ich richtig, denn bis kurz nach Mitternacht hatte ich 7 Stück der langen Torpedos gefangen. Danach ließ ich meine Montagen erstmal im Trockenen. Am nächsten Morgen sammelte ich neue Motivation und änderte alles. Neue Plätze und wenig Futter, Fallenstellen war angesagt.

Weniger ist oft mehr
Weniger ist oft mehr!

Der Plan funtionierte vorerst, kurz vor Mitternacht konnte ich den ersten Karpfen fangen. Auch wenn es nur ein kleiner Spiegler war. Er trug ein traumhaftes Schuppenkleid und sein massiver, wuchtiger Körper verspricht einiges für die Zukunft. Der Folgetag blieb, bis auf einen meiner besonderen Freunde, ruhig. Die dritte Nacht brach herein, allerdings schlief ich durch.

Der erste Karpfen war gelandet!
Der erste Karpfen war gelandet!

Ich war gerade dabei mir ein Frühstück zu richten, da ertonte meine Funkbox. Ich stürmte zur Rute und begab mich mit dem Boot in Richtung des Fisches. Die vielen muschelüberzogenen Plateus machen ein Drillen vom Ufer fast unmöglich. Auch eine 80er Mono ist da mit den scharfkantigen Dreikantmuscheln oft überfordert. Mit dem Boot direkt über den Fisch, funtioniert es aber tadellos. Mein Gegenüber war schnell an der Oberfläche, versuchte dem Kescher dann aber mit etlichen Fluchten zu entkommen. Schlussendlich blieb ich Sieger und konnte einen guten zweistelligen Schuppi fotografieren. Meine neue Taktik schien zu funktionieren und eine Nacht hatte ich noch übrig. Lässt sich noch einer der Giganten des Sees blicken?

Der erste Zweistellige!
Der erste Zweistellige!

Der Tag ging schnell vorüber, Fisch ließ sich vorerst kein weiterer blicken. Ich genoss noch den Sonnenuntergang, ehe ich mich in die Horizontale begab. Meine Erwartungen für die folgende Nacht wurden am nächsten Morgen zunichte gemacht, als ich ohne Aktion aufwachte. Ich begann mit dem Zusammenpacken, als doch noch eine Rute abpfiff. Die Spannung war nach wenigen Minuten allerdings wieder vorbei, denn ich verlor den Fisch noch bevor ich mit dem Boot über ihm war. Sowas hatte mir noch gefehlt. Ich blieb weit unter meinen Erwartungen, wollte es aber nicht darauf belassen. Ich musste die nächsten vier Tage arbeiten, dann sollte ich wieder Zeit finden. In der Zwischenzeit wollte ich aber nichts dem Zufall überlassen. Ich fuhr täglich an den See und fütterte meine Plätze. Diesmal aber nur mehr mit ein bis zwei Händen Boilies, um meine Plätze nicht zu attraktiv zu gestalten.

Seit Jahren mein absoluter Lieblingsköder!
Seit Jahren mein absoluter Lieblingsköder!

Die paar Arbeitstage fühlten sich wie eine Ewigkeit an, schließlich war es dann aber doch so weit und ich konnte wieder auf einen der Dicken hoffen. Mit dem Einbruch der Dunkelheit stiegen meine Erwartungen, da der Großteil der Karpfen in der Nacht gefangen wird. Am See war es ruhig, ich konnte keine springenden oder rollenden Fische ausmachen.

Kleinigkeiten mit großer Wirkung....
Kleinigkeiten mit großer Wirkung….

Es war kurz nach Mitternacht, ich telefonierte gerade, da meldete sich mein Siren im Dauerton. Der Spot war nicht weit vom Ufer entfernt, so war ich schnell über dem Fisch. Er zog gleichmäßig seine Bahnen am Grund, ich konnte ihn vorerst nicht bändigen. Ich war bereits weit vom Platz entfernt, bis ich mein Gegenüber endlich vom Grund weg bekam. Zuerst dachte ich auch schon an einen Wels, verwarf den Gedanken aber gleich wieder. Die Spannung in mir stieg auf ein Maximum als die Schlaufe des Leaders über die Wasseroberfläche wanderte. Im klaren Wasser war ein rießiger Schuppi zu erkennen. Der erste Kescherversuch gelang und ich kannte den Giganten gleich wieder. Ziemlich genau vor einem Jahr hatte ich diesen traumhaften Schuppi schon einmal im Netz, damals mit über 32 Kg. Diesmal war er nochmal um 400Gr schwerer.

Massive Schuppenpower!
Massive Schuppenpower!

Die Freude war riesig. Nachdem ich die Erfolgsmeldung dem ein oder anderen guten Freund mitgeteilt hatte, ging ich endlich schlafen. Es sollte aber noch besser kommen. Noch bevor es hell wurde, pfiff die nächste Rute ab. Auch dieser Gegner erwies sich als äußerst kampfstark und es dauerte einige Zeit bis ich ihn an der Oberfläche hatte. Immerwieder versuchte er sich mit Fluchten in die Tiefe vom Haken zu befreien. Ich blieb allerdings Sieger und konnte einen dicken 18+ Schuppi im Kescher begutachten.

Wenn es läuft....
Wenn es läuft….

Nachdem alles versorgt war, wurde es bereits langsam hell. Ich wollte mich noch für 1-2 Stunden hinlegen, da lief plötzlich eine weitere Rute ab. Wahnsinn! Da sitze ich tagelang ohne viel Bewegung und dann läuft bereits der dritte Fisch in einer Nacht ab. Wie es der Zufall so wollte, hatte ich es auch hier mit einem der größeren Sorte zu tun. Gleich wie die anderen beiden, hatte auch dieser Bursche eine fast nicht zu bändigende Kraft. Zweimal konnte ich ihn mit aller Kraft gerade noch von einem versunkenen Baum fernhalten. Der Fang X in Größe 7 saß fest in der Unterlippe und verhinderte ein Ausschlitzen, so konnte ich auch diesen Bullen sicher landen. Es fehlten nur ein paar Gramm auf die 20 kg Marke.

19,3 (1568 x 1045)19,3 (2) (1568 x 1045)

Mein Durschnittsgewicht dieser Nacht konnte sich sehen lassen. Trotz des fast nicht vorhandenen Schlafes war ich putzmunter, mein Durchhaltevermögen hatte sich schlussendlich doch noch bezahlt gemacht.

Viel Spaß am Wasser!

ecki

Nashteam AUT/GER

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