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Die Dicken sind los!!

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Die Bäume sind kahl, es ist trüb und regnerisch. Dichter Nebel steht über den Gewässern und die Aussentemperaturen sind alles andere als angenehm.

Es ist soweit, der Spätherbst ist da!

Trotz der widrigen Bedingungen ist das eine meiner liebsten Zeiten im Jahr. Rund um die Gewässern kehrt Ruhe ein, Weißfische schrauben ihre Aktivitäten zurück und die Karpfen haben ihr Jahres-Höchstgewicht. Auch wenn mit keinen Massenfängen zu rechnen ist, ist die Chance für einen richtig Dicken besser als sonst wann übers Jahr!

Gerade an meinem Hausgewässer beobachte ich das Wasser zu dieser Zeit sehr genau. Wenn die Wassertemperatur unter 12-10 Grad fällt, wird es richtig interessant. Es war Ende November, als ich am Thermometer 12 Grad hatte, die Vorhersagen für die nächsten Wochen waren kalt und trüb. Jetzt war die Zeit gekommen! In den kommenden zwei Wochen sah es zeittechnisch allerdings sehr schlecht aus. An den Wochenenden waren Messen und unter der Woche musste ich arbeiten. Trotzdem began ich meine Plätze vorzubereiten. Wenig, aber dafür regelmäßig ist mein Rezept für diese Zeit, so landeten alle zwei Tage die ein oder andere Hand voll Boilies auf meinen Plätzen. Am zweiten Dezember Wochenende war es dann soweit und ich fand endlich Zeit, drei Tage am Wasser zu verbringen. Die Wassertemperatur war mittlerweile auf etwas über 8 Grad gesunken. Für meinen Geschmack zwar bereits etwas kalt, aber ich kann nunmal nur dann fischen gehen, wenn ich Zeit habe.

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Eine Hakmaschine

 

Ich kam erst sehr spät am See an, trotzdem machte ich mir in der Dunkelheit noch den Aufwand und brachte die Ruten so gut wie möglich aus. Ich war etwas verwundert, als sich bereits wenige Stunden später mein Siren meldete. Noch mehr Verwunderung machte sich breit, als ich Minuten später einen Amur von meinem Haken löste. Noch nie hatte ich um diese Zeit noch Aktivitäten dieser Spezies gehabt. Es schien nicht der einzige gewesen zu sein, der noch auf Nahrungssuche war, denn noch ein weiterer gesellte sich in dieser Nacht zu ihm. Am Morgen darauf legte ich dann erstmal alle Ruten punktgenau mit der Unterwasserkamera ab; die Plätze waren alle leer, na hoffentlich waren da auch Karpfen dabei.

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Diese Hoffnung schwand gleich zu Beginn der zweiten Nacht etwas, denn ein weiterer Amur machte sich an die neuen “The Key” Prototypen. Etwas Ärger machte sich langsam aber doch in mir breit, aber die Hoffnung lebte ja noch. Es war bereits nach Mitternacht, als ich langsam in den Schlaf sank, im selben Moment ertönten ein paar Pieper aus dem Receiver. “Nicht schon wieder”, jammerte ich in Anspielung auf einen weiteren Amur. Ich drehte mich wieder zur Seite, da folgten die nächsten einzelnen Pieper. Verärgert schlüpfte ich in die Stiefel und machte mich auf zur Rute, aus den Piepern wurde in der Zwischenzeit ein langsamer Run. Etwas Hoffnung kam wieder in mir hoch, ich folgte dem Fisch mit dem Boot, er hatte mittlerweile richtig Fahrt aufgenommen und ich kam mit voller Motorleistung gerade mal nach. Irgendwann stellte er sich dann am Grund nieder und ich schaffte es endlich mit dem Boot über ihn zu kommen. Der erste direkte Kontakt fühlte sich wie ein Hänger an. “Das ist ein Dicker”, schoss mir sofort durch den Kopf. Der Drill war dann nicht sehr spektakulär, der Fisch stand am Grund und bewegte sich kaum. Ich pumpte ihn immer wieder etwas hoch, ehe er sich dann wieder die Schnur zurückholte. Das ging etliche Minuten so, bis ich dann endlich mit meinen D’warf’s Überhand bekam und den Fisch auf die Oberfläche brachte.

Gleich beim ersten Anblick wusste ich es, es war der “König” des Sees!

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Der Kescherversuch glückte und Erleichterung machte sich in mir breit. Sofort viel mir der normal nicht vorhandene Bauch des Fisches auf, er hatte sich ordentlich Vorrat für den Winter angefressen und stand richtig gut im Futter. Jetzt ging es erst einmal zurück zum Ufer. Da stand ich nun mit dem Monster neben mir im Wasser. Ich war etwas ratlos, entschied mich dann aber den Fisch in den Sack zu stellen. Grundsätzlich bin ich absolut kein Fan vom Einsacken, aber bei einem so gewichtigen Fisch ist es schonender auf eine zweite Person zu warten, als hier selbst herum zu spielen. Ich konnte nicht mehr richtig einschlafen und kontrollierte fast stündlich, ob alles in Ordnung war. Mit dem ersten Tageslicht am Morgen traf dann auch schon mein Freund Arno ein. Jetzt war erstmal wiegen angesagt……..Ich hatte mich in der Nacht nicht getäuscht, aber als der Zeiger der Waage dann nur um Haaresbreite unter dem 40er stehen blieb waren wir beide baff.

39,9KG bei einer Länge von fast 1,2m- Wahnsinn!!!!

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Um ehrlich zu sein, hätte ich es nicht selbst gesehen, ich hätte es nicht geglaubt.

Die Fotosession hielten wir so kurz wie nur möglich, länger wäre es auch von meiner Seite nicht gegangen, denn die Wathose lag gut verstaut zuhause, so musste ich mit Boxershort und Leibchen bei 8 Grad ins Wasser. Trotz der Kälte genoss ich den Moment, allein der Gedanke hier mit einem der größten Karpfen Österreichs zu stehen war Wahnsinn…

Dann war aber erstmal Aufwärmen angesagt, es dauerte eine Weile bis ich meine Beine wieder richtig spürte.

Langsam legte sich die Aufregung, dann kam ich wieder auf das Wesentliche zurück, schließlich blieb mir noch eine Nacht. Trotz des unglaublichen Fanges wollte ich die letzte Nacht für dieses Jahr im Inland noch produktiv nutzen. Die zwei Ruten, welche in der Nacht Aktionen brachten, legte ich neu, die anderen ließ ich liegen. Ich hatte sie am Vortag punktgenau mit Kamera abgelegt und wusste, dass die Köder halten. Ich genoss den restlichen Tag, sogar die seit fast 2 Wochen verschwundene Sonne ließ sich kurz blicken, ehe die Dunkelheit wieder einkehrte.

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Ich war zufrieden wie selten zuvor, so kostete mich die leere Gasflasche meines Kochers auch nur ein Schmunzeln……einen Tag ohne Essen überstehe ich auch……

Kurz vor der Primetime startete ich meinen Laptop, in dem Moment ertönte ein Pieper aus meinem Receiver. Starr blickte ich auf ihn, um mich herum wurde es leise, ich konzentrierte mich auf nichts anderes-ein weiterer Pieper gefolgt vom nächsten. Ich griff gerade zu meiner Jacke da ertönte ein nicht endender Dauerton. Jetzt wurde ich hektisch, ich hastete durch das 20cm tiefe Wasser zur Rute und folgte dem Fisch mit dem Boot. Ich war schnell über ihm und spürte wieder enormen Gegendruck. Als würde man einen großen Stein drillen. Irgendwann wurde es meinem Gegenüber dann aber zu blöd und er startete eine brachiale Flucht. Ich verlangte der Rute alles ab und hatte richtig Mühe den Fisch von den zahlreich vorkommenden Hindernissen fern zu halten. Der FangX 6 hielt wie immer und so pumpte ich ihn zurück ins Freiwasser. Da die letzten Wochen im See noch gebaggert wurde, war das normal sehr klare Wasser ziemlich trüb, erst kurz vor der Oberfläche erkannte ich die Umrisse des Fisches. Meine Mundwinkel wanderten nach oben und formten ein breites Grinsen. Eine weitere Bombe hing am Ende der Schnur, noch dazu war es einer der seltenen Spiegler. Ein innerer Freudenschrei durchströmte mich, als der Fisch sicher über den Kescher glitt.

Jetzt war erst mal telefonieren angesagt, da es noch früh war, wollte ich den Fisch nicht so lange in den Sack stellen. Mein Bruder fand Zeit und kam kurz darauf vorbei.

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Unbeschreibliche Glücksgefühle machten sich breit.

 

Gewichtsmäßig spielte er zwar nicht in der gleichen Liga wie der Schuppi aus der vergangenen Nacht, aber mit 28Kg war es einer der dicksten Spiegler des Sees. “Unfassbar”, das sind Momente die man einfach nur genießen kann……

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Schöner hätte ich mir diese Session wohl nicht erträumen können…….

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THE KEY CULTURED – da kommt was…

 

Mitverantwortlich für den Erfolg waren auf jeden Fall auch unsere ab Frühjahr 2015 erhältlichen Nashbaits. Allen voran die neuen The Key “Cultured Hookbaits”, diese speziellen Köder scheinen vor allem die großen, vorsichtigeren Fische anzusprechen. Allein an meinem Hausgewässer konnte ich in meiner bisherigen 2 monatigen Testphase die zwei größten Schuppis und die zwei größten Spiegler fangen – das ist dann kein Zufall mehr sein….. Mehr darf ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten!

Sollte jemandem aufgefallen sein, dass ich stets von der letzten Session im Inland gesprochen habe, das hatte einen guten Grund-in weniger als zwei Wochen geht es wieder in den wärmeren Süden nach Frankreich. Die Vorfreude ist bereits riesig……..:-)

Auf die Dicken,

ecki

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