Skip to content

Abenteuer Frankreich!

Es war wieder einmal soweit!

Der vorerst letzte Arbeitstag war beendet, das Auto bis zum Dach beladen und meine beiden Mädels (Freundin + Hund) hatten bereits ihre Plätze eingenommen.

Die Stimmung war super!
Die Stimmung war super!

Fast 2 Wochen Freiheit hatten wir vor uns. Nur mehr 1500Km standen zwischen dem Ziel, einem großen französischem Stausee, und uns.

Meine Vorfreude war riesig, Angeln an großen Seen fernab von dichter Zivilisation und vielen Anglern. Genau so stelle ich mir mein Hobby vor.

24

Mein Ziel?

Eigentlich dasselbe wie immer… Ein geiles Abenteuer erleben!!

Die Vorfreude ließ die Fahrt wie im Flug vergehen, nach etwas mehr als 14 Std standen wir an unserem Zielufer.

Der See war randvoll mit Wasser. Nach einer längeren Erkundungstour hatte ich mich dann endlich für einen Platz entschieden. Ich hatte bei einer vorigen Tour bereits mal diese Stelle befischt, sie liegt in einer seichteren Bucht, die Ufer sind voll mit überschwemmten Büschen und Sträuchern. Hier sammelt sich das warme Wasser und die Fische stehen meist in diesen Bereichen.

20

Das Beladen der Boote, der Weg zum Platz und das anschließende Aufbauen sind eigentlich das Anstrengendste an solch einem Trip, vor allem wenn man eine 14-stündige Autofahrt hinter sich hat…

16 23

Wie ich im Nachhinein erfahren hatte, wurden bis zu 2 Tagen vor meiner Ankunft noch Fische gefangen, das Wetter war davor konstant warm gewesen. Danach wurde es wechselhaft und kälter. Nachdem wir das Camp noch im Trockenen aufgebaut hatten, begann es abends zu regnen und hielt, bis auf ein paar kleine Pausen, fast zwei Tage an. Die Fische hatten auf stur gestellt, absolut keine Aktivität.

 

Einzig und allein die französischen Kanufahrer waren aktiv....
Einzig und allein die französischen Kanufahrer waren aktiv….
19

Die anschließenden Tage sollten dann aber wärmer und konstant werden, somit stieg auch meine Hoffnung auf den ein oder anderen Fisch wieder.

17

Es sollte aber bei der Hoffnung bleiben, auch die nächsten beiden Nächte brachten nichts ein. Es waren auch äußerlich keine Aktivitäten zu bemerken, weder ein rollender noch springender Karpfen ließ sich an der Oberfläche blicken.

Die Ruten standen still....
Die Ruten standen still….
....Spinnweben auf den Bissanzeigern sind kein gutes Zeichen!
…Spinnweben auf den Bissanzeigern sind kein gutes Zeichen!

Auch wenn die Fische mein beangeltes Gebiet normal im Frühjahr immer aufsuchen, wollte ich hier nicht ewig warten. Vier Nächte ohne Fisch waren genug und somit stand der erste Platzwechsel an.

Moven war angesagt!
Moven war angesagt!

Vor allem auch weil wir den 30.April hatten. Einen Tag vor der Raubfischeröffnung in Frankreich, jeder der bereits zu dieser Zeit an den großen öffentlichen Gewässern geangelt hat, weiß was sich da oft abspielt. So wollte ich bereits am neuen Platz sitzen, bevor der Ansturm kommt….

Bienen....unsere Untermieter am neuen Platz!
Bienen….unsere Untermieter am neuen Platz!

Der Platzwechsel hatte sich gelohnt, bereits in der ersten Nacht meldete sich mein R3 mit einem Dauerton. Mein Adrenalinspiegel stieg auf ein Maximum, fast in Rekordzeit stand ich mit dem Boot über dem Fisch. Nach dem ersten direkten Kontakt hatte sich allerdings alles wieder erledigt, der Fisch schlitze aus….

Das war richtig bitter, zugleich motivierte es mich aber auch, da sollte doch noch mehr möglich sein….

Tag darauf war dann die große Raubfischeröffnung, allerdings dürfte das eher schlecht prognostizierte Wetter viele der Angler ferngehalten haben. Ich nutzte den Tag um den neuen Platz großflächig zu erkunden – tags davor blieb mir nicht all zuviel Zeit dafür. Ich hatte etwas weiter rechts von meinem Platz eine seichte Bucht – nicht tiefer als 3,5 Meter und voll mit Kraut. Das Wasser war im Seichten bereits auf nahezu 18 Grad angestiegen. Ich war mir sicher, dass sich die Fische bereits langsam zum Laichen hier sammelten. Sollten meine Gedanken recht behalten, bräuchten sie dann nur mehr ordentlich Hunger, bevor sie mit dem Liebesspiel starten. Ich legte zwei Ruten gut verteilt in die Bucht. Bereits als es dämmrig wurde, konnte ich den ersten Karpfen beim Rollen in der Bucht ausmachen, meine Hoffnung stieg enorm. Kurz nach Mitternacht lief dann die erste Rute in der Bucht ab. Die etwa 150 Meter mit dem Boot bis zum Spot kamen mir wie eine Ewigkeit vor, der Fisch hatte sich mitten im Kraut festgesetzt. Nachdem ich die Schnur händisch befreit hatte, marschierte mein Gegenüber noch tiefer ins Gemüse. Unter vollem Kraftaufwand schaffte ich es nach einigen Minuten dann aber erstmals den Karpfen an die Oberfläche zu pumpen. Ein richtig guter Schuppi lag vor mir, bevor ich den Kescher unter ihn schieben konnte, startete er aber schon die nächste Flucht. Etwa einen halben bis einen Meter unter der Oberfläche begann das Kraut, ich versuchte den Fisch in diesem Bereich zu halten um mir eine weitere Krautschlacht zu ersparen.

Krautschlacht....das Boot nach dem Drill!
Krautschlacht….das Boot nach dem Drill!

Es gelang mir auch relativ gut und so konnte ich nach einer geschätzten Ewigkeit endlich den ersten Karpfen dieses Trips landen!

Erster Fisch....
Erster Fisch….
....und gleich über 20Kg!
….und gleich über 20Kg!

Ich war erleichtert und erfüllt von Freude…….Aufgrund des bevorstehenden Laichstresses wollte ich den Fisch nicht übermäßig belasten und ersparte ihm den Karpfensack. Auch wenn es manche nicht wahr haben wollen – auch in der Nacht kann man schöne Fotos machen….

Ich entschied mich die Rute nicht mehr nachzulegen, schließlich lag noch eine weitere in der Bucht und ich wollte nicht noch mehr Wirbel erzeugen, als ich es sowieso schon gemacht hatte.

Ich stand mit den ersten Sonnenstrahlen auf und genoss die Ruhe am See. Die Freude über den Fisch war nachwievor riesig und ich konnte mein Grinsen nicht abstellen.

Ich war gerade dabei, die “Erfolgsrute“ neu zu beködern, da schrie mein Bissanzeiger los – wieder in der Bucht. Das Spiel begann von Neuem, ich hatte den Fisch schnell aus dem Kraut gepumpt und drillte ihn im freien Bereich kurz unter der Oberfläche. Bereits im Wasser schien der Schuppi nochmal größer als sein Vorgänger. Nach erfolgreichem ersten Kescherversuch bestätigte sich meine Vermutung dann auch, nochmal fast 3 Kilo schwerer als sein Artgenosse in der Nacht. Wir schossen etliche schöne Bilder in der warmen Morgensonne, ehe wir den Dicken wieder seinem Element überließen.

Schuppenbomber am Morgen....
Schuppenbomber am Morgen….
....da kann man nur Grinsen!
….da kann man nur Grinsen!

Jetzt schmeckte das Frühstück richtig gut, so schnell kann es gehen, dass aus einer Nullnummer eine erfolgreiche Session wird. Aber noch sollte es nicht zu Ende sein – ich hatte noch 6 Tage vor mir. Ich legte erstmal alle Ruten neu, meine Taktik blieb gleich.

Verlässliches Endgame - gerade bei dieser Fischerei enorm wichtig!
Verlässliches Endgame – gerade bei dieser Fischerei enorm wichtig!

Gegen Abend saß ich wieder lang in meinem Stuhl und lauschte den Aktivitäten am Wasser, wieder war der ein oder andere springende Fisch in der Bucht auszumachen. Um Mitternacht begab ich mich dann in die Horizontale, wurde um 1 Uhr allerdings wieder geweckt. Ich hörte Gelächter und laute Musik nur wenige Meter von mir entfernt, ich vermutete bereits was es war… und behielt Recht! Keine 20 Meter von mir entfernt erschienen einheimische Jugendliche, sie hatten ordentlich Alkohol, Radios und natürlich auch Angeln bei sich. Sie wollten hier eine kleine Party feiern und ein bisschen angeln- passt ja super zusammen!!!

Ihre Ruten warfen sie quer über meine, ich war weder auf Konfrontation, noch auf eine Diskussion aus, so holte ich meine Ruten ein und ging stinksauer schlafen. Vor allem verstand ich nicht wieso sie sich genau neben mich setzten mussten, wo doch hunderte HA Wasser frei gewesen wären. Morgen ist auch ein Tag redete ich mir ein. Die ich heute Nacht nicht fangen kann, fange ich halt morgen – dachte ich mir zumindest….

Mein Frühstück schmeckte gar nicht und ich saß wie auf Nadeln.

Wenigstens meine Mädels genossen den Tag!
Wenigstens meine Mädels genossen den Tag!

Am Nachmittag bauten sie ihr Lager dann endlich ab und verließen den See – immerhin nahmen sie ihren Müll mit, was leider oftmals nicht gang und gäbe ist….

Die Ruten waren schnell ausgebracht und die Fische schienen wieder gefressen zu haben, das Futter war an beiden Spots in der Bucht weg. Nachdem alle Ruten scharf waren, schmeckte auch mir das Abendessen wieder.

11

Die Erwartungen waren hochgesteckt – zu hoch, denn die Nacht blieb ruhig, zumindest was die Karpfen betraf. Zwei Welse hatten sich an meinem Futter vergangen….

Boilieräuber!
Boilieräuber!

Ich begutachtete die Spots mit der Unterwasserkamera. Für solche Zwecke kann ich mir das Ding nicht mehr wegdenken, alles war unangetastet. Ich wusste das meine Hakenköder ohne Probleme auch 48std hielten, so ließ ich alles wie gehabt.

The Key....
The Key….
12
….und Citruz….
....der schlüssel zum Erfolg!
….eine tödliche Kombination!

Es schien die richtige Entscheidung gewesen zu sein – kurz nach Mitternacht, etwa zur selben Zeit wie der erste, meldete sich der nächste Fisch. Nach eher unspektakulärem Drill landete der nächste Schuppi in meinem Kescher, er konnte nicht ganz mit seinen Vorgängern mithalten, trotzdem ein schöner, großer Schuppi.

Der nächste Schuppi!
Der nächste Schuppi!

Er biss erstmals nicht in der Bucht sondern etwas tiefer auf 5 Meter. Um 7 Uhr läutete dann mein richtiger Wecker am Handy, das mache ich beim Angeln öfter um den Sonnenaufgang und die morgendliche Ruhe am Wasser zu genießen. Ich durchkramte gerade die Alukiste nach einem geeigneten Frühstück, da ging plötzlich eine meiner Buchtruten ab. Schnell ging es wieder ins Boot und dem Fisch entgegen. Ich angelte fast alle Ruten mit Subfloat, gerade bei viel Kraut und Holz im Wasser ein enormer Vorteil!

Subfloats - in vielen Situationen sehr hilfsreich....
Subfloats – in vielen Situationen sehr hilfsreich….

Zentimeter für Zentimeter pumpte ich den Fisch aus dem Kraut, beim ersten Anblick kam mir ein breites Grinsen. Es war der erste Spiegler und was für einer….vorsichtig, aber unter voller Anspannung hielt ich den Fisch über dem dichten Kraut. Nach etlichen Fluchten landete er dann endlich im Kescher. Ein richtig geiler Fisch, kurz gebaut, einen Bauch als würde er platzen, einen mächtigen Kopf und ordentlich Gewicht!

So habe ich....
So habe ich….
....sie gerne!
….sie gerne!

Drei Nächte hatte ich noch vor mir, jetzt war ich richtig heiß geworden. Auch wenn alles aufgegangen war, was ich mir erwartet hatte. Die Fische standen in der Bucht und ich wusste, dass da noch mehr möglich war…..

Gute Köder sind unentbeerlich!
Gute Köder sind unentbehrlich!

Die Fische bissen bis jetzt entweder kurz nach Mitternacht oder morgens bei Sonnenaufgang. Das blieb vorerst so, denn auch wenn in der darauffolgenden Nacht der Mitternachtsbiss ausblieb, meldete sich pünktlich um 7 Uhr wieder mein Bissanzeiger….Bereits im Drill kam mir der Fisch irgendwie bekannt vor, am Ufer erkannte ich ihn dann wieder. Es war doch tatsächlich derselbe Schuppi, den ich etwa 30 Stunden davor gefangen hatte. Ihm schienen meine Boilies zu schmecken und einen halben Kilo hatte er auch noch zugelegt.

Hello again!
Hello again!

Ich war einfach nur happy mit dem Verlauf des Trips, ärgerte mich zugleich aber bereits jetzt, da mir nur mehr zwei Tage blieben. Am vorletzten Abend ließen wir es uns nochmal gutgehen, nach feinem Essen saßen wir noch etwas länger draußen, tranken guten französischen Wein und genossen die helle Vollmondnacht.

2 22

Die erste Flasche war noch nicht leer, da schrie die Funkbox plötzlich im Dauerton. Etwas zu früh dachte ich mir, als ich bereits mit der Rute im Boot stand. Der Fisch hatte sich tief im Kraut festgesetzt und wollte sich keinen Zentimeter vom Grund bewegen. Nach etlichen Minuten und unter Dauerbelastung meiner Ruten brachte ich den Fisch erstmal über das dichte Kraut. Beim Anblick stockte mein Atem erstmal, ein riesiger Spiegler lag vor mir im Wasser. Meine Knie begannen zu zittern und etwas Aufregung machte sich in mir breit. Der Fisch war noch lange nicht fertig, er startete eine Flucht um die andere, ständig ging er zurück ins dichte Kraut, ehe ich ihn wieder hochpumpte.

Mir kam der Drill wie eine Ewigkeit vor, ich verlor jegliches Zeitgefühl, irgendwann war es dann aber soweit, meine geballte Faust erstrahlte im Mondlicht – die Maschen meines Keschers schlossen sich um den wuchtigen Körper. Auch wenn ich lieber Tagfotos gemacht hätte, ersparte ich dem Koloss die Strapazen des Einsackens und so durfte er nach etlichen Fotos wieder schwimmen. Mit über 27Kg war er nicht nur mein Frankreich PB sondern auch einer der größten Spiegler des Sees.

Bombenalarm!
Bombenalarm!
Massiver Körper....
Massiver Körper….
....breites Genick!
….breites Genick!

Meine Freude war in Worten nicht mehr auszudrücken….

Die restliche Nacht schlief ich wie ein Baby, erst als ich die Hitze des sonnenerstrahlten Zeltes nicht mehr ertrug, machte ich mich nach draußen. Der letzte volle Tag war angebrochen, mehr als widerwillig räumte ich den Großteil des Tackles bereits langsam weg.

Ob mir die letzte Nacht eine weitere Perle des Sees preisgeben würde?

Ja! Pünktlich nach Mitternacht biss der letzte Fisch der Session.

Ein schöner, langer Schuppi bildete den Abschluss eines traumhaften Trips .

Der Kleinste zum Abschluss!
Der Kleinste zum Abschluss!

Mehr als zufrieden ging es früh Morgens dann mit den Booten zur Slipstelle am anderen Ende des Sees.

Gerne wären wir noch länger geblieben, da wäre sicher noch einiges möglich gewesen. Aber man sagt ja immer, dass man aufhören sollte wenn es am schönsten ist – ob dies auch für einen Angeltrip gilt?

Keine Ahnung, uns blieb ja sowieso nichts anderes übrig.

Uns bleibt auf jeden Fall ein fantastischer Trip mit wunderbaren Erinnerungen….

Nach schwierigem Start lagen dann doch noch 7 Karpfen mit einem Durchschnittsgewicht von 20 Kg in meiner Matte….Unglaublich!!

 

Viel Spaß beim Angeln,

ecki

30
%d Bloggern gefällt das: