Die dicke Spiegler-Mama

Endlich war es soweit! Nach Wochen brütender Hitze, Stress in der Arbeit und meinerseits angespannten Nerven wurde es Zeit für meinen Urlaub.

Ich hatte geplant, in einer Woche abwechselnd drei meiner Hausgewässer zu befischen, doch es sollte alles anders kommen….

Den Startschuss machte mein Jahreskartengewässer in der Nähe von Krems(Aut), es handelt sich hierbei um eine Schottergrube mit relativ gutem Karpfenbestand, der sich jedoch aufgrund der Wassertiefe und der vorhandenen Sprungschichte nicht sehr einfach befischen lässt. Unter der Woche hatte ich fleißig vorgefüttert und als dann noch ein Wetterumschwung prognostiziert wurde, war ich guter Dinge, dass mein Start erfolgreich sein könnte.

Ich fing gut, von Tag zu Tag besser, Fische bis 14Kilo fanden regelmäßig den Weg in meinen Kescher doch innerlich wusste ich, dass da noch mehr geht. Ich wusste von den großen Fischen in diesem Gewässer,  doch ich schaffte es nicht, einen davon ans Band zu bekommen.

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Das erste Wochenende war vorbei und eigentlich war ein Gewässerwechsel mit einem guten Freund geplant, der mir jedoch kurzfristig absagte. Es fiel mir nicht schwer einfach sitzen zu bleiben um weiter mein Glück zu versuchen.

Es war Dienstag, als mir ein Angelkollege zeigte was eigentlich möglich war, ich durfte bei ihm einen traumhaften Spiegelkarpfen mit 24 Kilo ablichten.

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In diesem Moment packte mich erneut der Ehrgeiz, es muss doch möglich sein, an einen der größeren Fische heran zu kommen.

Also überdachte ich meine Taktik die ich bisher verfolgte, erneuerte meine Montagen und änderte eine Kleinigkeit, die noch Großes bewirken sollte.

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Die Erfolgsmontage

Ich ließ die Partikel als Beifutter weg und legte meine Ruten akribisch genau in einem sandigen Bereich neben einem spitzen Plateau ab. Nur eine Hand voll halbe und ganze 4G Kugeln darüber und die Falle war scharf. Danach kam Stille, stundenlang . Am Abend spielte ich mit dem Gedanken, doch noch einmal neu abzulegen. Gott sei Dank ging der Wind etwas kräftiger und ich traute es mir nicht zu, meine Montage genau abzulegen. Also zwang ich mich auf mein System zu vertrauen.

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Der Fang Twister – eine absolute Hakmaschine

Die Nacht verging zu schnell ich schlief durch bis 7Uhr morgens, doch mein Wecker war gut.

Der Siren spielte das richtige Lied um schnell munter zu werden, und spätestens nach dem Aufnehmen der Rute und dem Geräusch der  Bremse wusste ich, dass ich jetzt hundert Prozent geben musste. Kein Kopfschlagen, keine ruckartigen Fluchten, nur massives Gewicht, das der Fisch einzusetzen wusste. Nur langsam ließ er sich in meine Richtung dirigieren, es kam mir vor wie eine Ewigkeit, doch waren es nicht mal zwanzig Minuten bis zum ersten Kescherversuch. Im ersten Moment realisierte ich nicht, was da eigentlich in meinen Kescher schwamm, es war definitiv groß, doch schätzen habe ich mich nicht getraut.

Als ich den Kescher etwas anhob und der Fisch auf die Seite kippte, sah ich zum ersten Mal das gewaltige Ausmaß der Spiegelmamma. Ich konnte mein Glück nicht fassen und hatte Herzklopfen wie ein kleiner, verliebter Bub.

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29,6 kg geballte Kampfkraft

Man kann sich denke ich vorstellen, dass mein restlicher Urlaub sehr entspannt ablief. Das geplante dritte Gewässer ließ ich aus und verbrachte die restlichen Tage meines Urlaubs damit,  meine Akkus wieder aufzuladen.

Petri Heil

Greets Floh

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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