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Cassien #Teil 3#

Drei Tage verblieben noch, wobei nur zwei zum Angeln geplant waren. Mein Platz vom Vortag war besetzt, also fuhr ich einfach ein paar 100 Meter weiter. Ich montierte erstmal neue Rigs, ehe ich mit dem Auslegen begann. Bei mir kamen ausschließlich Stiff Rigs zum Einsatz, so konnte ich Verwicklungen durch Krebse und Kleinfische vorbeugen.

Auch die Wafters hielten den Plagegeistern statt.

Kaum lagen die Ruten, suchte ich erstmal Platz im Schatten für die Hängematte. Ein Utensil welches ich vorallem bei dieser Angelei nicht missen möchte.

Bequem, kleines Packmaß, schnell auf und ab gebaut….

Mein Bissanzeiger ließ kurz darauf meinen Puls höher schlagen, mir war allerdings schnell klar, dass mein Gegenüber wohl keiner meiner Zielfische war. Ständig ging der Fisch tief, riss mir Meter für Meter von der Rolle und die typischen Schläge mit dem Schwanz waren auch zu spüren. Nach über einer halben Stunde ständig am Limit kam der Wels dann erstmal hoch. Zum Glück hing der Haken außen, so konnte ihn ohne Probleme vom Boot aus lösen. Der Fisch hatte mich ein ordentliches Stück vom Platz weg gezogen , aus der Ferne sah ich meine Freundin winken und etwas rufen. Ich verstand nichts, als sie dann aber zu einer  Rute eilte und diese aufnahm wüsste ich was Sache war. Ich drehte den Motor auf die maximale Leistungsstufe, sie kam mir am Ufer bereits entgegen und drückte mir die Rute in die Hand, weiter ging es mit dem Boot in die entgegen gesetzte Richtung. „Hoffentlich nicht wieder ein Wels“, ging mir durch den Kopf.  Nach kurzem Drill war ich mir fast sicher, dass es sich um einen Karpfen handelte. Beim ersten Anblick hatte ich dann auch Gewissheit – ein traumhafter fully scaled hing am anderen Ende der Schnur. Auch wenn ich die letzten Fische sicher gelandet hatte, gingen mir die anfangs verlorenen immer wieder durch den Kopf. Der Fisch kostete mir einige Nerven und Schweißperlen, schlussendlich blieb ich aber Sieger.

Was für ein traumhafter Fisch!

Dieser Ausnahmefisch machte nicht nur der Tag, sondern den ganzen Trip zum Erfolg. Ich packte abends bereits etwas früher ein, um schneller ins Bett zu kommen, denn am folgenden letzten Angeltag wollte ich bereits früher am See sein. Als der Wecker um 06:00 Uhr läutete, reagierte irgendwie niemand und so war es wieder fast Mittag, bis wir am See waren.

Ich entschied mich für einen mir sehr bekannten Platz, hier kannte ich die Unterwasser-Welt bereits sehr genau und hatte etliche GPS Punkte am Echolot hinterlegt. Dementsprechend schnell war ich dann beim Auslegen. Wie an den vergangenen Tagen folgte auch heute ein Biss in den heißen Nachmittagsstunden. Es war ein sehr zaghafter Biss, der Fisch bewegte sich kaum vom Platz weg. Ich dachte zuerst am Grund fest zu hängen, das war aber mein Gegenüber, der wie ein Betonklotz am Grund stand. Ich erhöhte den Druck immer weiter, langsam begann sich der Fisch dann zu bewegen und zog ganz ruhig dem Grund entlang. Es dauerte eine ganze Weile bis ich mir wieder etwas Schnur zurück auf die Rolle erkämpfte. Im klaren Wasser konnte ich trotz der Tiefe in der sich der Fisch bewegte, erkennen das es sich um einen Karpfen handelte – einen richtig guten, das breite Kreuz des Fisches blitze ständig im Sonnenlicht hervor. Als der Schuppi das erste Mal die Oberfläche durchbrach, war mir klar hier einen richtig guten Fisch des Gewässers gehakt zu haben. Kaum pumpte ich den Giganten an die Oberfläche, startete er die nächste Flucht. Nach mehrfachem Versuch war ich dann schnell genug und konnte den Kescher unter den großen Schuppi führen.

Was für ein….
….Abschluss!
Massives, makelloses Maul!

Die Freude war natürlich groß und der Angeltag sowie der komplette Trip gelaufen. Ich packte dann etwas später zusammen und ließ es mit dem Angeln in diesem Urlaub bleiben. Den einen verbleibenden Tag entspannten wir und ließen es uns gut gehen.

Nach einer anfänglich sehr zähen Phase, wurde der Trip dann doch noch zum Erfolg und schlussendlich konnte ich neben einem schönen Urlaub mit meiner Freundin auch ein paar traumhafte Fische in die Kamera halten.

Trotz der strengen Regellage hat der Cassien nach wie vor seinen Reiz für mich. Ich komme auf jeden Fall irgendwann wieder  😉

Viel Spaß am Wasser,

ecki

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