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Sommerurlaub am Cassien

Ein Gewässer der 1000 Geschichten. Man sagt der Cassien schreibt für jeden eine eigene Geschichte. Viele dieser Geschichten wurden bereits veröffentlicht und einige sogar verfilmt. Kann man hier überhaupt noch etwas erleben, oder ist doch alles schon bekannt? Viele versuchen hier ihr Glück, manche finden es, andere nicht. Es war wieder einmal soweit, auch wir wollten unser Glück auf die Probe stellen und siehe da, nach ein paar Stunden angeln erlöste uns ein kleiner Spiegler frühzeitig von einem Blank.

 


Da die morgendliche Beisszeit nicht vorhanden war und die bekannten Plätze auch keine Fische brachten, machten wir uns frühmorgens keinen Stress, schliefen aus, frühstückten gut und beluden dann in aller Ruhe unser Boot um danach einen freien Platz zu suchen. Überraschenderweise waren sehr viele Angler am See und beim Durchfahren der verschiedenen Arme sah man schon von weitem die zahlreichen Boote an den Ufern des heiligen Sees stehen.

 


Wir beangelten das Ende des Nordarms, das Kreuz, den Südarm und auch den Anfang des Westarms. Doch der nächste Biss ließ auf sich warten. Doch dann war es wieder soweit und in der größten Mittagshitze ertönte der R3 und ehe ich mich versah stand ich im Boot über einem stark kämpfenden Fisch. Das starke Ruckeln in der Rute und die darauf folgenden, extrem starken fluchten ließen mich ahnen wer da unter dem Boot kämpfte und nach ein paar Minuten hatte ich auch schon Gewissheit. Ein Wels hatte den Scopex Squid Boilie gefressen und wurde sogleich wieder in die Freiheit entlassen.


Die Rute wurde grunderneuert und mittels GPS wieder auf den Platz gebracht. Gegen Abend meldet sich wieder die gleiche Rute doch leider ging dieser Fisch ohne jeglichen Kontakt verloren. Frustriert legte ich die Rute wieder aus. Nur noch eine halbe Stunde bis Sonnenuntergang und dem damit verbundenen Ende des legalen Angelns. Wie aus dem Nichts lief wieder die gleiche Rute ab. Nach ein paar Minuten war ich auch schon über dem Fisch und konnte nach kurzem Kampf einen wunderschönen Schuppi keschern.


In den nächsten Tagen beangelten wir wieder den gleichen Bereich des Sees, doch es schien so, also ob die Fische weitergezogen waren. Die nächsten Tage verbrachten wir am Strand und besuchten die ein oder andere nahgelegene Stadt. Ein Ass hatten wir aber noch im Ärmel. In den vergangenen Tagen hatten wir einen Platz regelmäßig mit Futter versorgt, aber nie beangelt. Ein Angeltag blieb uns noch und wir schöpften neue Motivation. Schon nach ein paar Stunden lief die erste Rute ab und ein wunderschöner Spiegler fand den Weg auf die Cradle.


Als ich gerade dabei war die Rute auszulegen, hörte ich einen Bissanzeiger. Ich brauchte kurz um zu realisieren, dass es einer meiner R3 war und machte mich gleich auf den Weg zur Rute. Nach kurzem Drill kam ein kleiner, schön beschuppter Spiegler auf die Oberfläche. Leider verlor ich diesen Fisch kurz vor dem Kescher.

Bis späten Nachmittag passierte nichts weiter und als ich gerade etwas eingenickt war, meldete sich einer meiner Bissanzeiger mit meiner wohl letzten Chance für diesen Trip. Der Fisch machte ordentlich Druck und nach ein paar bangen Minuten im dichten Kraut war es geschafft. Erleichtert und zufrieden machten wir im letzten Licht ein paar Bilder und packten kurz darauf unsere Sachen.


So schnell waren die wunderschönen Tage in Südfrankreich auch wieder vorbei, aber eines steht fest. Wir kommen mit Sicherheit wieder.

Alexander Gärtner

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