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Bled ….Ein Traum wurde wahr

Vor ein paar Wochen war es soweit und ich trat eine Reise Richtung Slowenien an! Mit guten Freunden und den Bus bis unter die Decke angeräumt ging es für 3 Tage nach Bled um unserem Jagdtrieb freien Lauf zu lassen.
Seit EB2 nahm ich mir vor, einmal in die Fußstapfen unserer Vorreiter zu treten. Dieses Häkchen kann ich nun auf meiner ToDo Liste machen.

Beim ersten Blick in das glasklare Wasser des Bleder Sees, verfielen wir sofort in den Jagdmodus. Polbrille auf und sich erst einmal einen Überblick verschaffen war die Devise. Nach der ersten Runde um den See war uns klar, dass wir nicht alleine waren. Einige der bekannteren Plätze waren mit Anglern zugepflastert. Davon ließen wir uns aber nicht entmutigen, da wir ohnehin aktiv angeln wollten. Wir waren guter Dinge, da wir etliche Fische in Bereichen entdecken konnten, die nicht befischt wurden und so schmiedeten wir unsere Pläne.
3 Tage hatten wir Zeit, ein Apartment direkt am Ufer des Sees und 145ha glasklares Wasser um unseren Gelüsten freien Lauf zu lassen.

Unser Plan war es, sich aufzuteilen und uns am laufenden zu halten wo wir Fische ausmachen konnten und gegebenenfalls dort wo es besser laufen sollte, gemeinsam zum Erfolg zu kommen. Das dies gar nicht nötig war wussten wir bis dahin noch nicht. Markus und Viki platzierten sich am Ende einer seichteren Bucht wo sie die ersten Fische ausmachen konnten. Als sie anfingen die Key Cray von Markus anzunehmen, dauerte es nicht lange und er konnte auf Anhib die erste Granate in Bled landen. Ein makelloser Spiegelkarpfen und das Ziel eines jeden Bledanglers.

Ein Hängebauchschwein, so wie wir ihn alle einmal in den Händen halten möchten.

Der ersten Spiegler in Bled und dann gleich mal der Dickste vom gesamten Trip, der sich die Key Cray Cultured einverleibte und das innerhalb kürzester Zeit am Wasser. Besser konnte der Urlaub für Markus und Viki gar nicht anfangen!


Meinen Padawan Wolfi und mich zog es an das ganz andere Ende des Sees. Zwischen Bootshütten, Stegen und Touristen, konnten wir vermehrt Karpfenaktivität feststellen. Die Promenade sollte unsere erste Herausforderung werden.
Bereits bei dem ersten entdeckten Karpfen im Nahbereich war mir klar, dass diese Fische einiges an Angeldruck gewohnt sein mussten. Eine geworfene halbe Scopex Squid in 15mm war schon zu viel des Guten und der Karpfen suchte das Weite.
Timing war der Schlüssel zum Erfolg.

 

Wir beobachteten die Fische wie sie regelmäßig unsere Spots besuchten, einen Happen aufsaugten und mit der Beute das Weite suchten. Anscheinend schmeckten ihnen die Scopex Squid, denn sie kamen sehr oft genau an die Stelle zurück wo sie zuletzt Futter aufgenommen hatten. Erst als wir merkten, dass die Fische sich wohler bei der Aufnahme des Futters fühlten, brachten wir in den Zeitfenstern in denen die Karpfen nicht am Spot waren, unsere Fallen aus. Wir versuchten die Rigs an den zuletzt besuchten Fraßstellen abzulegen, garniert mit ein paar halbierten Kugeln wartet es auf den nächsten Karpfen, der von seinem Verdauungsspaziergang zurück kam. Es dauerte nicht lange und der erste Kandidat kam von seiner Patrouille zurück.

Es war Wolfgang der zuerst mit bis ins Handteil gebogener Rute dastand und sich einen epischen Kampf mit einem starken Bleder Schuppi lieferte.
Bei so einer hindernisreichen Angelei sollte man seine Ruten nie aus den Augen lassen, die schnelle Kontaktaufnahme zum Karpfen ist ein entscheidender Faktor zwischen Erfolg oder Misserfolg. Er machte Alles richtig und der Lohn war ein schöner kräftiger Goldbarren.
Eine meiner schönsten Erinnerungen ist es, als wir von Touristen umringt ein paar Fotos schossen und sie zu applaudieren anfingen wie er den Fisch wieder in sein Element entließ!

Ein toller Start in den Tag!
Kurze Zeit darauf hatte ich aktivität an einer meiner Ruten, verlor den Fisch jedoch nach einem harten Drill . Daraufhin kehrte etwas Ruhe am Platz ein. Ich konnte zwar noch meinen Einstandsfisch fangen, doch wir entschlossen uns dem Platz etwas Ruhe zu gönnen. Wir fütterten noch ein paar Stellen und wollten am nächsten Tag wieder kommen.

Nachmittags fanden wir uns in unserem „Apartment“ ein. Als wir den ersten Schritt auf das Grundstück machten und einen Blick ins Wasser warfen, sahen wir sofort Fische.
Leider war keiner von uns so geistesgegenwärtig um eine Kamera in die Hand zu nehmen. In einer kleinen Bucht auf unserem Grund standen Karpfen und Welse unter den überhängenden Bäumen und versteckten sich im Schatten.
Wir schnappten uns sofort etwas Futter und pirschten uns die steile Böschung hinunter an. Langsam ließ ich Boiliestückchen unter einen überhängenden Ast sinken. Es dauerte nicht sehr lange bis sie das Futter entdeckten und zu naschen anfingen. Wir dachten, das wäre es jetzt, wir sind im Himmel angekommen. Als plötzlich der Besitzer auftauchte und uns erklärte, dass wir aufgrund des steilen Ufers hier nicht fischen dürften, sondern nur im Bereich unseres Steges der gute 50Meter entfernt war. Sichtlich geknickt bezogen wir unser Quartier, denn aufgrund der Hindernisse und der Lage des Spots wo sich die Karpfen aufhielten, war es für uns nicht möglich sie vom Steg aus zu befischen.
Wir beschlossen einen gemeinsamen Futterplatz anzulegen. Nur 30Meter vom Ufer entfernt hatten wir eine Tiefe von 13 Meter am Fuße der Uferkante. Wir fütterten einen Streifen vom Nahbereich der Bucht die Uferkante entlang in der Hoffnung etwas heraus zu locken.Es gab nur Boilies für die Karpfen. Mein Dank geht an HJ Saurer der mir die 24mmScopex Squid eingeredet hatte 😉 They worked well 4 me!!

 

Die Nachmittage verbrachten wir an unserem Haussteg, wo wir regelmäßig unsere Bisse bekamen.



Abends saßen wir zusammen, fachsimpelten und genossen das Ambiente.


Wir präparierten für den nächsten Tag, es wäre ein leichtes gewesen einfach auf unserem Steg sitzen zu bleiben und hier und da einen Karpfen zu fangen. Doch dafür waren wir nicht hergekommen. Wir wollten mehr von diesem Gewässer erkunden und es nicht aussitzen. Also wollten wir vormittags wieder aufbrechen um die Karpfen zu suchen.

Morgens noch ein schnelles Foto, Futter bei die Fische bevor es wieder losging.


Ein fast schon kitschiges Ambiente stand an der Tagesordnung. Der erhoffte Erfolg jedoch nicht. Also wechselten wir mehrmals die Plätze immer auf der Suche nach dem kleinsten Zeichen aktiver Karpfen.

Markus am Bigfish Spot des ersten Tages. Klein aber fein! Jeder Fisch zählt bei uns!

Wolfi und ich waren zwar motiviert, wurden jedoch noch nicht für unsere Mühen belohnt. Das Wetter schien umzuschlagen. Markus und Viki flüchteten geistesgegenwärtig in das Apartment und fischten dort weiter.

Und wir zwei wollten es in der Promenade aussitzen. Good Plan! Der Wind wurde stärker, die Tropfen immer dicker und langsam wurde es ungemütlich. Es Regnete sich ein und ein Ende war nicht in Sicht.

Ich beobachtete wie das Regenwasser in Sturzbächen die Böschung herab lief. Die Ufer wurden eingetrübt vom dreckigen Wasser. An einer Stelle ganz besonders, da dort anscheinend der Regenwasserkanal der umliegenden Wege in den See eingeleitet wird. Genau dort sah ich plötzlich einen guten Fisch aufgehen. Das war mein Signal auf den trockenen Unterstand zu pfeifen und ich musste genau dort meine Ruten plazieren.

Darauf Folgte die für mich schönste Erinnerung die ich von Bled mit heimgenommen habe. In einer Stunde konnte ich mit meinem Padawan 3 schöne Fische abstauben die uns alles abverlangten. Nass bis auf die Unterhose, doch das war uns dezent egal.





Dieser Fisch war mein besonderes Highlight und das nicht zuletzt, weil er ein gigantisches Maul hatte, sondern weil er mir einen Drill bescherte den ich so schnell nicht vergessen werde. Mitten im Gewitter, wo einem die Nackenhaare stehen, weil es knisterte in der Luft, zeigte mir dieser Karpfen wie böse man werden kann, wenn man von einem Fang Twister gehakt wird. Gute zwanzig Minuten lief ich ihm am Ufer nach um ihn etwas vom Uferbereich fern zu halten. Zu viele Hindernisse, zu wütender Karpfen. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde er müde und mein Padawan kescherte mir diesen bösen alten Schuppi . Eine Last viel von mir ab, ich war auf den Knien, nass und erledigt, den Blick in den Kescher gerichtet und ich konnte nicht aufhören zu grinsen. Ich dachte nur, jetzt kann er mich holen.
Ein kleines Wetterloch ließ uns unseren Fang sogar im trockenen ablichten bevor es wieder herabgoss wie aus Schaffeln.


Nach getaner Arbeit machten wir uns auf den Weg Richtung Appartment, wo uns spannende Szenen erwarteten.
Als wir an unserem Steg ankamen und im Weinkeller Schutz vor dem Regen suchten, befand sich Markus im Drill. Er saß im Kajak, da sich sein Gegner in einem Hindernis verfangen hatte. Sein Außenbordmotor war Viki, Markus hatte unterwegs seinen Kescher verloren und Viki eilte zur Hilfe. Mit vollem Einsatz und voller Montur rettete sie den Kescher und ihren Mann. Der Fisch konnte sicher gelandet werden und großen Respekt an Viki für ihren Mut und Einsatz.

Am Abend fütterten wir noch einmal fleißig unseren Hausplatz und versuchten etwas Schlaf nachzuholen.

Der nächste Morgen begann so wie der letzte aufgehört hat. Noch mehr Regen.
Der letzte Tag war angebrochen, Das Ziel war es für jeden von uns, einen Abschiedsfisch zu fangen.
Die Fische nahmen unseren Futterplatz gut an und so konnten wir uns Alle mit einem Fisch verabschieden!



Die beiden Abschiedsfische von Markus und Viki machten den Trip perfekt.

Our Job is done here! Und mit einem breiten Grinsen ging es Richtung Heimat denn die Realität rief wieder nach uns.
Doch für uns war klar, dass es nicht das letzte mal sein würde.
Greets Floh

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