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Scopex Squid und der Herbst

Alljährlich im August erreicht die Sommerdepression ihren Höhepunkt. Nicht etwa da die Fisch nicht fressen, nein, die zahlreichen Badegäste lassen ein vernünftiges Angeln kaum zu. Die Sonne brennt bis spät in den Abend herunter und das rege Treiben an den Ufern meines Hausgewässers scheint kein Ende zu nehmen. Spätestens dann sehne ich mich nach dem Herbst, der Zeit der Stille. Mit den ersten kalten Tagen im Jahr nehmen auch die meisten Touristen Abschied aus dem schönen Kärnten und die Seen nehmen wieder ihr ursprüngliches Bild ein. In den letzten Jahren habe ich mein Hausgewässer nicht sehr intensiv beangelt, die Versuchung mein Glück an anderen, wunderschönen Seen in der Nähe auf die Probe zu stellen war einfach zu groß. Doch heuer wollte ich es wissen. Schon Mitte August suchte ich mir ein paar vielversprechende Stellen mit Hilfe der Unterwasserkamera.

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Der See gleicht einer Badewanne. So gut wie keine Struktur, monoton und schlammig zeigt sich der Gewässergrund. Der Plan war es die Fische mit regelmäßigem Füttern an den einen oder anderen Platz zu gewöhnen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Fische sich im Herbst bevorzugt in meiner Bucht aufhalten und eine gute Portion Futter sollte bewirken, dass sie die Uferkante vor mir immer wieder nach ein paar Boilies absuchen würden.

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Statt eine ganze Woche durchgehend Urlaub zu nehmen, verplante ich die verbleibenden Urlaubstage zu den Zeiten, die mir am vielversprechendsten erschienen. Ab und zu ein Wochenende zu einer produktiven Zeit zu verlängern ist mehr wert, als eine Woche bei vielleicht schlechten Bedingungen am Wasser zu sitzen. Hier nahm ich speziell auf die Mondphasen Rücksicht, da meiner Erfahrung nach gerade die dicken Fische zu bestimmten Mondzeiten öfters gefangen werden als sonst. So fing ich also Ende August an die Plätze mit Tigernüssen und Scopex Squid Boilies in verschiedenen Größen unter Futter zu halten. Die Unterwasserkamera bestätigte, dass die Fische das Futter annahmen und dass der Gewässergrund durch die Fressaktivitäten der Fische zusehends sauberer und härter wurde.

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Anfang September stand der nächste Vollmond bevor und so versuchte ich die Tage davor voll und ganz dem Angeln zu widmen. Die erste Nacht brachte dann gleich eine Überraschung in Form eines massiven Spieglers.

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Voll und ganz zufrieden mit den Geschehnissen der ersten Nacht am Futterplatz fütterte ich die Stellen weiter. Der Herbst hatte uns inzwischen voll im Griff und die Blätter verfärbten sich zusehends. So versuchte ich in den nächsten Wochen regelmäßig ans Wasser zu kommen. Dies wurde auch mit ein paar schönen Fischen belohnt.

 

Für die nächste passend erscheinende Mondphase im Oktober wurden wieder zwei extra Urlaubstage eingetragen um das Wochenende um zwei, hoffentlich produktive, Nächte zu verlängern. Anfänglich konnte ich hier und da ein paar kleine Karpfen fangen, richtig zufrieden war ich damit aber noch nicht. In den frühen Morgenstunden des letzten Tages wurde meine Hoffnung zur Gewissheit und ein weiterer schöner Spiegler machte einen Fehler.

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Zufrieden mit diesem schönen Fisch fütterte ich die nächsten Tage weiter. Dabei hielt ich die Wetterbedingungen immer im Auge, um dann flexibel auf die Situation reagieren zu können. Als sich dann ein Tiefdruckgebiet ankündigte angelte ich auch ein paar kurze Nächte unter der Woche. Leider mit sehr mäßigem Erfolg, wenn sich einmal ein Fisch blicken ließ dann war es eher einer aus der Kinderstube. Die regelmäßige Kontrolle mit der Unterwasserkamera zeigte aber, dass das Futter immer restlos weggefressen wurde. Ein Zeichen, dass die Fische anscheinend eher am Tag fraßen als in der Nacht. So versuchte ich Ende Oktober immer wieder einmal einen Tag unter der Woche am Wasser zu verbringen. Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig und gleich der erste Fisch zauberte mir ein breites Grinsen ins Gesicht.

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Doch das Highlight der Session sollte dann um die Mittagszeit folgen. Die Montage auf der Uferkante fand einen Abnehmer und der R3 schrie in voller Lautstärke. Schon als ich mit dem Boot auf dem Weg zum Fisch war, war mir klar, dass ich hier etwas Größeres am Band hatte. Die Mittagssonne schien ins glasklare Wasser und der erste Blick auf den massigen, gelben Leib des Spieglers verschlug mir fast den Atem. Nach ein paar bangen Minuten war er dann mein und die Strapazen der letzten Wochen waren vollends vergessen. Gut genährt und makellos durfte ich den Fisch dann auf der Speicherkarte verewigen.

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Die vielen Stunden am Wasser, das regelmäßige Füttern und das flexible Angeln zu den richtigen Zeiten machten sich bezahlt und bescherten mir einen unvergesslichen Herbst. Ich wünsche euch auf jeden Fall einen schönen Saisonausklang und vielleicht sehen wir uns ja auf einer der vielen Messen.

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