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Fernweh – Alex Gärtner im Ausland

Karpfenangeln, mehr als ein Hobby, eher eine Leidenschaft, da stimmen mir wahrscheinlich die meisten zu. Wer würde auch sonst tausende Kilometer im Jahr zurücklegen um Karpfen zu fangen. Die meisten Nichtangler zumindest haben dafür eher wenig Verständnis. Erklärungsversuche warum wir das alles machen dringen zumeist nicht durch und so bleibt es für die meisten „Normalos“ eher ziemlich unverständlich, warum sich Angler so etwas antun. Für mich gehört Reisen und Karpfenangeln irgendwie zusammen. Die Gewässer in meiner Heimat haben zwar ihren Charme, aber fremde Gewässer im Ausland sind auf jeden Fall das Salz in der Suppe.

So war es auch heuer wieder einmal an der Zeit ein paar Auslandtrips zu unternehmen. Im Juli stand eine Woche Cassien auf dem Programm. 6 Angeltage sollten eine Perle des berühmten Sees hervorbringen und gleich am ersten Tag hatte ich das Glück einen wunderschön beschuppten Spiegler fangen zu dürfen.

Die Tage vergingen wie im Flug und außer ein paar kleinen Welsen und einer hungrigen Schildkröte ließ sich sonst kein Fisch blicken. Als wir die Hoffnung fast aufgegeben hatten, war uns Petrus doch noch einmal hold und bescherte uns ein schönes Abschiedsgeschenk.

Auch wenn die Angelei am Cassien alles andere als bequem ist, hat sie trotzdem ihren ganz eigenen Reiz. Zuhause angekommen wurden sogleich wieder neue Pläne geschmiedet und ein Trip mit meiner Freundin und den zwei Hunden ins benachbarte Ausland stand an.


Am See angekommen war die Situation sehr ernüchternd. Der Wasserstand war aufgrund der Hitze auf einem Rekordtief und von weitem konnte man schon die vielen Camps auf den Spitzen des Ufers sehen. Wir fuhren eine Runde mit dem Auto um den See und entschieden uns dann, die Boote zu beladen und zur Staumauer zu fahren. Dort angekommen fiel uns ein Stein vom Herzen. Nur ein einziger Angler und es gab genügend Platz um sich auszubreiten. Die Hitze und der fehlende Wind machten das Aufbauen des Camps zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Irgendwann kurz vor Sonnenuntergang lagen dann alle Ruten auf erfolgsversprechenden Plätzen und wir vielen erschöpft auf die im Titan stehenden Liegen. Es muss kurz nach Mitternacht gewesen sein, als ich in der Ferne eine rote Diode wahrnahm. Wie in Trance schleppte ich mich in Richtung Boot und fuhr dem Sub Float entgegen, nach einem kurzen Hänger kam ein schöner Schuppi zum Vorschein.

Die nächsten Stunden verliefen bis auf den ein oder anderen kleinen Karpfen eher ereignislos. Die extreme Hitze führte dazu, dass wir den ganzen Tag im Wasser verbrachten, welches aber Mittlerweile, zumindest an der Oberfläche, auch schon an der 30 Grad Marke kratzte.

Wie in Trance schleppte ich mich in Richtung Boot und fuhr dem Sub Float entgegen, 

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Die Unterwasserkamera zeigte mir, dass das Futter restlos weggefressen wurde, somit entschied ich mich etwas großzügiger nachzulegen. Ich befütterte die Plätze mit Scopex Squid Boilies in 20 und 24mm und angelte mit selbstgemachten Scopex Squid Hakenködern in 28mm, welche ich aus dem Scopex Squid Hookbait Kit hergestellt hatte. Diese Hakenöder wurden zusätzlich mit Shellfish Sense Appeal angereichert. Eine sehr fängige Kombination, welche immer wieder einmal einen schönen Fisch bringen kann. Gebunden am einem Stück Armourlink sollte ein Claw in Größe 5 selbst den stärksten Fisch aus dem Unterwasserurwald bergen.

In der Nacht passierte nicht viel, doch der nächste Tag war dafür umso erfolgreicher. Ein wunderschön beschuppter Spiegler läutete eine kurze, aber sehr intensive Beißphase ein.

In den darauffolgenden Stunden bissen unter anderem auch zwei sehr kampfstarke Fische, ein wilder, langer Schuppi und ein hochrückiger Spiegler.

Damit war der Trip perfekt und wir genossen noch ein paar schöne Tage am See. Ausbrechen aus dem Alltag, das ist wohl eines der wichtigsten Dinge für mich beim Karpfenangeln.
Macht das, was euch Spaß macht, dann kommt der Erfolg von ganz alleine.

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